OBJEKT

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Mann fickt frau. Subjekt, Prädikat, Objekt. Ja Elisabeth und Stefanie, bei euch ist das alles mit Sicherheit anders. Ihr habt auch viel für Basti und Jürgen übrig, die sich ihre sexuellen Erfahrungen aus der Bravo und Popcorn zusammengestellt haben und sich mit einem bunten Strauß Klischees über euren Körper hermachen. Glückwunsch an dieser Stelle, dafür ist euch vermutlich das Wort „Leidenschaft“ genauso fremd wie meinen MacBook Pro Boxen die Fähigkeit Bass wiederzugeben. Wenn ich etwas in diesem Blog-Ding gelernt habe, dann, dass absurde Sexthematiken die meisten Klicks generieren. Da meine aktuelle Lebenssituation gerade so offen ist, wie die Vaginas eurer Mütter, möchte ich nicht ausschließen, dass ich irgendwann hohe Klickzahlen ganz gut fände. Also, aus gegebenem Anlass: Mann fickt Frau. Subjekt, Prädikat, Objekt.

Zum Thema „du hast eine schöne Scheide.“ wurde mir gesagt, ich würde komische Männer kennen. Das ist richtig. Meine Freundinnen kennen sie auch, ihre Freundinnen kennen ebenfalls komische Männer, und auf einmal sind die „normalen“ die Exoten. Es gibt einen nicht zu unterschätzenden prozentualen Anteil an zwischenmenschlichen Zusammenkünften, die bestehen aus dem besten Sex der Welt, und anschließenden Katastrophen. Ich spreche von einem Zeitfenster von 2,5 Stunden, in dem Dinge passieren, die Emotionen hervorrufen, an denen Kristen Stewart endgültig zerschellen würde. Obgleich man bei 90% tatsächlich mit offenem Mund dasteht – entweder vor Ekstase oder Fassungslosigkeit. Lassen wir mal die Helden beiseite, die sowieso die Grundregeln nicht kapiert haben: was ist in euch gefahren?

Es gibt Gerüchte, Mären, Sagen, die davon berichten, Frauen wären nicht in der Lage ein rein sexuelles Verhältnis zu führen. Irgendwann würden sie sich verlieben. Ich rufe: VETO und fasse mir an die eigene Nase (was nicht schwer ist, denn eben diese ist groß.), versuche aber zu erklären, warum es trotzdem immer wieder passiert, dass aus einer heißen Affäre ein großes Liebesdrama, angestoßen vom Frauenpart, wird. Der Ablauf ist prinzipiell der folgende: zwei Menschen treffen sich, laufen sich über den Weg und stellen enorm hohes sexuelles Interesse am anderen fest. Bereits jetzt fällt die Entscheidung, ob es rein sexuelles Interesse ist oder weiterführendes, Uga-uga-Höhlenmenschen-wir-gründen-eine-Familie-Interesse ist. Hier passieren meist die folgenschwersten Fehler: [Subjekt] denkt „rein sexuell!“, [Objekt] denkt „och … eigentlich möchte ich ja erobert werden und die einzige sein, aber ich nehm auch das andere.“ und es wird sich arrangiert. Ich gebe diesem gleichen ungleichen Paar durchschnittlich 4 Wochen, in denen das Hirn so wundgevögelt ist, dass Fragen wie „was sind wir überhaupt?“ gar nicht erst auftauchen.

Aus vielerlei verschiedener und individueller Gründe passiert dann auf einmal der Anstoß weiterer Verwirrungen – es geht weit über den Sex hinaus. Auf einmal wird telefoniert. Auf einmal werden tiefgründe Gespräche geführt. Zusammen gegessen, und ich rede nicht von Schlagsahne von nackter Haut. Soziale Interaktion findet auf einmal außerhalb des Bettes statt. Für [Subjekt] vermutlich eine ganz angenehme, selbst verursachte Begleiterscheinung. Für [Objekt] der Anfang vom Ende. „Was ist mit ihm? Warum möchte er Zeit mit mir verbringen? Warum ist das so? Ist er vielleicht in mich verliebt? Ist es jetzt kein reines Sexding mehr? Was tu ich hier? Was sind wir überhaupt?“ – Zack. Vier Wochen vorbei. Jetzt tauchen Fragen auf. Da sich [Objekt] meist nicht traut, den Mund aufzumachen, um keinen Druck aufzubauen, wird mit sozialem Fingerspitzengeschick ausgelotet, wo die Reise hingehen soll. Am Ende bleiben mehr Fragen offen als beantwortet – und Frustration tritt ein.

Währenddessen stellt [Subjekt] fest, dass sich die werte Gespielin auf einmal anders verhält, möchte seine Unverbindlichkeit demonstrieren und macht folgende fatale Fehler: er wird richtig unfreundlich. Er vermeidet jeglichen Körperkontakt, außer den für das ganze Konstrukt notwendigen, danach rollt er sich zur Seite und seid der Distanzierte. Anrufen? Macht er weiterhin. Ihr dummen, dummen Menschen.

Die Lösung für eine rein sexuelle und unverbindliche Sexgeschichte ist so simpel: ruft die Ollen halt nicht an. Fahrt vorbei, knallt sie, fahrt nach Hause. Kein Platz für Nettigkeiten. Wenn ihr damit anfangt, ist das ganze Affärending schneller gelaufen, als geplant – und das ist lustigerweise sogar in eurem Interesse. Denn warum wollt ihr in Kontakt treten, mit einer Person, die nur sexuelles Glück bedeuten soll? Seht ihr. Mann liebt Frau. Subjekt, Prädikat, Objekt.

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