TELEFONGESELLSCHAFT

Als Autorin habe ich die Pflicht die Identität jeder Person, die in diesem Blog vorkommt, zu schützen. Heute fällt es mir besonders schwer.

Seit wann um alles in der Welt denken Männer, sie müssten sich keine Mühe mehr geben? Also so gar keine Mühe? In absoluter Schockstarre sitze ich vor diesem Monitor und kriege einen Nervenzusammenbruch angesichts der Tatsache, dass ich, seit ich wieder auf dem „freien Markt der Liebe“ verfügbar bin, ein Arschloch nach dem anderen vorm Gesicht habe. Dass sie nicht direkt IM Gesicht sind, verdanke ich ausschließlich meinem Wing Tsun-Kurs, den ich mit 15 Jahren gemacht habe (und möchte an dieser Stelle anmerken, dass bei der weiteren Entwicklung der Männerwelt demnächst Krav Maga gelernt wird.) – was. zur. Hölle?

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Das Nachtleben ist für den Arsch. Man benutzt grundsätzlich immer eine Extraschicht Make-up, man tauscht Bleistift- gegen Minirock und trinkt so viel Alkohol, dass man hemmungslos das andere Geschlecht begafft. Kaum eine Frau geht ohne neuen Typ aus dem Club. Ich bin die große Ausnahme. Ich hatte noch nie einen One Night Stand. In Anbetracht der Tatsache, dass dank der allgemeinzugänglichen Pornoverfügbarkeit sowieso jeder im Alter 20-30 die absurdesten Sexvorlieben hat (würgen, spucken, kacken, pissen, kotzen, Windeln, …) halte ich diese One-Night-Standerei für die größte Lotterie. Nein danke. Außerdem muss (!) es ein ausgedehntes verbales Vorspiel geben. Ich meine, wonach, außer Optik, wird in diesen Locations ausgewählt? Und dann wachst du morgens auf und neben dir liegt Model-Marcel mit einem IQ von 24. Ja, ich ficke niemandes Schulabschluss. Aber sein Charisma. Und entschuldigung, ich halte die Wahrscheinlichkeit für verschwindend gering, dass man im Club seine große Liebe kennenlernt.

Fakt ist, durch die knallhart durchgezogene Depopulation der Erde an wählerischen, klugen Menschen, ist der Trend 2013 jetzt auch endlich bei mir angekommen. Und – wiederholte Entschuldigung – den mach ich nicht mit. Ich brauche keine fünf Dates und siebenunddreißig Liebesbriefe. Aber ich brauche auch nicht folgende Konversation:

„Hey, na? Worauf bist du aus? Beziehung? Affäre? One Night Stand? Gang Bang?“ – „Ähm. Das ist pauschal nicht so einfach zu beantworten. Grundsätzlich würde ich DEN Kernerschütterer direkt vom Fleck wegheiraten.“ „Aha. Also hast du schonmal eine Affäre probiert? So zusammen sein, nur ohne zusammenzusein? Quasi eine offene Beziehung?“ -„Ähm …. ungern.“ „Aha ok. Ja. Hast du vielleicht eine Freundin die das so… würde? Am besten die sieht so aus wie du.“

Okay. Durchatmen. Lasst mich das kurz bildlich übertragen: das ist einfacher als ein Mobilfunkvertrag abschließen. „Tachchen, tachchen. Ich hätte gerne eine All-Net-Flat mit SMS und MMS Flatrate in alle Netze. Aha? Wie, SMS Flat gibt’s nicht? Achso. Ja. Können Sie mir vielleicht eine andere Telefongesellschaft empfehlen, die das so anbietet? Die soll schon so guten Empfang haben wie Sie, nur wenn’s geht BILLIGER!“

Wie scheiß wertlos kann man eigentlich noch behandelt werden in dieser Welt? Läuft das ab jetzt häufiger so? Keine Höflichkeiten mehr? Kein Interesse am Charakter des Gegenüber? Komplette Austauschbarkeit? Einfach rein da und mal gucken was passiert? Vorher die Fronten klären, mündlichen Vertrag abschließen – am besten vorher noch unterschreiben: KEINE HAFTUNG BEI UNGEWOLLTEN SCHWANGERSCHAFTEN UND/ODER SYPHILLIS. Was geht eigentlich ab? Entschuldigt mich bitte, aber in Anbetracht dieser Umstände muss ich mir eben den Ekel aus dem Gesicht schießen. Das hält doch keiner aus!

<p><a href=“http://vimeo.com/51358084″>Lana Del Rey – Ride</a>

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Ein Gedanke zu “TELEFONGESELLSCHAFT

  1. Das wundert dich? Bedank dich bei Feministinnen, die haben dafür gesorgt, dass Männer sich wertlos fühlen und auch gar keinen Bock auf eine Beziehung haben. Und wenn sie eh von der Frauenwelt nur Körbe bekommen, dann wird man halt zum Arschloch. Und wieso auch nicht? Klappt ja trotzdem!

    Versuch dich mal in die Lage der Männer zu versetzen, die seit einiger Zeit für lapidare Kommentare von Feministinnen heruntergebuttert werden – die haben doch überhaupt keine Lust mehr auf Beziehung.

    Da bin ich doch froh, nicht so zu sein. Und ich kenne wirklich tolle Männer.

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