HONIG

Dein Herz rast so schnell, selbst wenn du seit etlichen Minuten ruhig daliegst und nichts um dich herum geschieht, außer Ruhe, dass ich Angst bekomme und meines mitrast. Sie laufen beide um die Wette und jedes Mal wenn ich dich spüre befürchte ich, dass sie zerspringen werden. Ich weiß nicht wo das Ziel ist, dem es entgegen hastet, aber es muss sich lohnen, denn es gönnt sich keine Pause.

Ich reiche dir Wasser und tropfe dir den Schweiß von der Stirn. Ich spende dir Schatten und verbrenne dabei meinen Rücken, aber das ist egal, er ist sowieso über und über mit Narben besiedelt. Während ich dich tränke sagst du kein Wort, wozu auch, du hast kein einziges. Meine Stirn legt sich in Falten, jedes Mal, wenn ich den Schlag höre. Tak, tak, tak, tak, tak, tak, tak. Manchmal überschlägt es sich. Und ich frage mich warum. Ich frage mich die ganze Zeit warum, denn hier, bei mir, gibt es nichts, was es antreibt. Keine Anstrengung, keine Erwartung, keine Verpflichtung, nur Ruhe. Ewige Ruhe.

Ich verwandele mich in Antibiotika, in antiseptische Salben, in Betablocker, in sanften Saft, der den ausgetrockneten Kehlkopf beruhigen soll. In Pillen, die die Stresshormone blockieren, in Spritzen, die dir Schlaf bringen, erholsamen Schlaf. Ich nehme die Form von kleinen Fläschchen an und dann wieder von Rüstungen und manchmal bin ich nur ein Luftzug, der die Haut kühlt. Ich bin ein Arsenal von Medikamenten, aber keines, das ich mit mir zur Verfügung stelle, beruhigt dieses hastige Klopfen des Muskels, das die Basis dessen darstellt, was ich so sehr liebe.

Und meine Überreste rinnen den Abfluss entlang und landen in Körpern, die ich nicht kenne, und vergiften sie von innen, ohne dass sie es wissen. Und ihre Herzen schlagen immer langsamer und sie werden immer müder und schläfriger und vielleicht ist das der Fehler in der Welt. Aber ich möchte es nicht wissen und behandle meine Bienenstiche mit Worten, die ich immer und immer wieder aufsage, bis dass der Tod mich von der Vorstellung scheidet, dich je retten zu können.

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